LSV-Crew meistert die Herausforderung Rund Skagen

Nach den Regatten HAM-CUX, CUX-Helgoland und Rund Helgoland sollten nun mit Hannes Aljes als Skipper Christian, Daniel, Merle, Justin, Ulli, Thomas und Martin die Langstrecke Rund Skagen/Dänemark angehen. Wie üblich vor Rund Skagen, bereiteten wir die orangenen Sturmsegel, die es vorzuführen galt, vor, bunkerten Wasser und letzte Getränke und machten die X-Wings klar für die 520 Seemeilen. Als Verpflegung hatten wir nur „Haute Cuisine“ an Bord: Die Fertiggerichte von Turmat von Pasta Bolognese über Labskaus und Curry waren tatsächlich meist schmackhaft. Nur die Lachspasta ging irgendwann wieder über Bord…

Wetterbericht lässt zunächst Böses erahnen

Natürlich hatten wir die letzten Tage die Wetterentwicklung verfolgt. Und es kündigte sich für die zweite Nacht ordentlich Wind an. Und so ließ das Wetterbriefing des Skippermeetings für die zweite Nacht Böses erwarten. Einige Wettermodelle gingen davon aus, dass in der berühmt berüchtigten Jammerbucht in unserer zweiten Nacht bis zu 45 Knoten in Böen herrschen sollten. Hannes, der nach reiflicher Überlegung dennoch starten wollte, überließ es daher den einzelnen Crewmitgliedern, zu entscheiden, ob sie lieber zurücktreten wollten. Nach einer kurzen Stille- und Bedenkzeit entschieden wir uns alle, die Herausforderung der Jammerbucht anzunehmen. Das Wachmodell sah vier Wachen vor, so dass stets genügend Erholungszeit gegeben sein sollte.

Unter den wachsamen Augen von Markus Böhlich bekam die X-Wings Daumen hoch für das Abenteuer. Der Start gelang hervorragend, nur der anschließende kurze Gennakergang sollte nicht so recht klappen. Nachdem dann aber der zunächst vorherrschende Kurs gen Norden anlag, war es ein wahres Gedicht, unter Gennaker mit sommerlichen Temperaturen und ruhiger See so einige Gegner wieder einzuholen. So verlief die erste Nacht entspannt und später eher windarm.

Hannes und Christian hatten die Taktik für den Umgang mit den zu erwartenden Bedingungen der zweiten Nacht abgestimmt und so segelten wir zunächst so hoch wie möglich und deutlich weiter westlich als die meisten anderen Boote. Und dann war sie da, die Nacht: Als ich um 3 Uhr morgens meine Wache anzutreten hatte, dauerte das Anziehen schon deutlich länger als normal, da es unter Deck extrem wackelte. Wir waren im Reff 2 und mit G4 unterwegs. Die Sicht war zum Glück toll, da hinter uns der Vollmond das Meer beleuchtete. Dennoch beschäftigte mich der Gedanke, wie wir es wohl machen, wenn das Groß doch ganz runter muss. Aber wir hielten durch und letztendlich zeigte sich maximal eine 34 TWS.

Großer Einsatz und beste Stimmung

Der Rest der Regatta verlief im Vergleich zur zweiten Nacht sehr ruhig und vor allem extrem harmonisch. Das ist eigentlich der Teil, der mir an der ganzen Reise am besten gefiel. Das Crew-Gefüge war super, jeder war immer einsatzbereit, alle packten an und achteten aufeinander. Und es wurde extrem viel gelacht. So verflogen die Tage auch im Nu. Nur manchmal unterbrochen von einem Gennaker ohne Schoten, da die Talaskaschäkel aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen einfach aufgingen. Die Skagen-Tonne sahen wir nur aus der Entfernung, da wir aufgrund einer anstehenden Flaute unter Land entschieden, Læsø an Steuerbord zu lassen. Leider ging die Taktik nicht auf, da die Flaute sich zu schnell verzogen hatte.

Das Ziel schon in greifbarer Nähe war der Wind querab Langeland mal wieder nervtötend schwach. Aber letztendlich behielten wir die Nerven und hatten auf der Kante mal wieder viel zu lachen. Zudem galt es, einen Gegner, der noch in Sichtweite warm, zu bezwingen: die Schüssel von Bremen. So ein Gegner kann doch schon sehr motivieren. Auch wenn es zunächst nicht so aussah, hatten wir dann im Ziel die Nase weit vorn. Wir dümpelten am Freitag unter Gennaker um 6:30 Uhr mit 786 Seemeilen im Gepäck als vierter in der Gruppe ORC A ins Ziel und wurden sogar persönlich in Schilksee am Steg empfangen. Nach einem Anleger gab es im DSV noch eine Willkommenssuppe und dann hieß es in Laboe Großreinemachen. Merklich beseelt verteilten wir uns dann wieder in alle 4 Winde und es soll nicht unsere letzte Regatta gewesen sein.

Text und Bilder: Ulli Ellmer

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