Mitte Juni fanden die World Airline Sailing Championships (WASC) in Borgwedel an der Schlei statt, im Rahmen der Airlines Sports and Cultural Association (ASCA). Zehn Segelteams aus aller Welt durfte der LSV als Gastgeber willkommen heißen. Organisationsleiterin Julia Jürgensen berichtet von der Regatta und der Erfüllung ihres ganz persönlichen Traums.
Schon seit meiner ersten ASCA/WASC im Jahr 2012 hatte ich den Traum, diese Veranstaltung einmal in meinem Heimatrevier – auf der großen Breite der Schlei – austragen zu können. Anfangs war das ganze Vorhaben mehr ein Hirngespinst. Doch Anfang 2023 zeichnete sich immer klarer ab, dass wir als LSV 2026 die ASCA/WASC austragen und ich die Organisation leiten würde. So knüpften wir im Sommer 2023 erste Kontakte zur Jugendherberge in Borgwedel und auch zum Internat Louisenlund.
Schnell stellte sich heraus: Das Ganze ist tatsächlich machbar! Wir können in Borgwedel wohnen, unsere eigenen Conger mitbringen und das Segelteam aus Louisenlund würde sich freuen, die Regattaleitung für uns zu übernehmen. Auch ein Orgateam bei uns im Verein war erstaunlich schnell gefunden und von der Idee der Ausrichtung in Borgwedel leicht zu überzeugen. Seit Ende 2023 stand also fest – der Traum wird wahr werden, es wird eine ASCA/WASC auf der Schlei geben! Die Veranstaltung will nur noch eben organisiert werden…
Großer Aufwand und schlaflose Nächte
Und da gab es einiges zu tun: Es galt, die Ausschreibung und Segelanweisung zu schreiben, das Logo zu gestalten, die Broschüre zu schreiben, einen Veranstaltungsraum für die Preisverleihungsfeier zu buchen, Angebote einzuholen zum Besticken der T-Shirts, zwei weitere Conger zu finden, die wir uns leihen konnten, Trailer für den Transport der Conger zu organisieren usw. Alleine der Plan, wer wann, mit welchem Trailer welchen Conger nach Borgwedel und zurück bringt, hat mich einige Stunden Arbeit und mehrere schlaflose Nächte gekostet. Schlussendlich haben wir alle Herausforderungen gemeinsam gemeistert.
Am 14. Juni 2026 war es dann schließlich so weit: Alles war bereit für die ASCA/WASC 2026! Alle zehn Boote waren aufgebaut in Borgwedel und auch alle 57 Teilnehmer:innen von insgesamt zehn Airlines waren angekommen. Nur das Wetter spielte noch nicht mit, aufgrund von vorhergesagten 5 Bft mit Böen bis 7 Bft am Montag, beschlossen wir, den Layday (Anm.: offizieller, geplanter Ruhetag) gleich auf den ersten Tag zu legen. Das verschaffte uns genügend Zeit, die Conger ins Wasser zu bringen und gab den Teilnehmer:innen die Gelegenheit, die Umgebung und teilweise sogar Sylt zu erkunden.
Beste Bedingungen ab Tag 2
Am Dienstag ging dann auch das Segeln endlich los. Bei traumhaften Bedingungen mit Sonne und 2-3 Bft. Wind konnten wir zehn der geplanten 20 Wettfahrten ins Ziel bringen. Das Format sieht dabei vor, dass nach jeweils zwei Wettfahrten die Boote und Crews gewechselt werden. So hatten die Segler:innen zwischendurch alle zumindest kurze Pausen. Für uns Fahrer:innen der Motorboote und für die Crewwechsel stand immer die „Albatros“ mit einem scheinbar unerschöpflichen Haribo-Vorrat bereit – Danke noch einmal dafür!
Die beiden neuen Teams von Transavia und Edelweiss machten bei ihrer ersten bzw. zweiten Teilnahme von Anfang an einen hervorragenden Job und segelten mit Qantas und Air Hong Kong immer auf den vorderen Plätzen. Bei unserem LSV-Team lief es etwas durchwachsener – neben zwei 1. Plätzen war auch mal ein 8. Platz dabei.
Große Gemeinschaft unter den internationalen Teams
Aber alle Teilnehmer:innen hatten viel Spaß und neben dem sportlichen Erfolg geht es ja auch darum, alle Mitglieder der WASC-Familie wieder zu sehen und zusammen zu sein. So genossen es alle, dass wir diesmal nach dem Segeln nicht in unterschiedlichen Hotels verschwanden, sondern den Abend mit Grillen und sogar Karaoke gemeinsam ausklingen lassen konnten. Die Einzigartigkeit dieses Events, dass wir quasi mit Blick auf das Regattagebiet wohnen konnten, wussten alle sehr zu schätzen.
Mittwoch und Donnerstag hielt das gute Wetter weiter an, nur der Wind wurde nach und nach immer weniger. Den Platzierungen unseres LSV-Teams taten diese Windbedingungen nicht unbedingt gut, und wir ließen als gute Gastgeber den anderen den Vortritt. Die Hälfte der Wettfahrten hatten wir ja auch am Dienstag schon geschafft, sodass am Mittwoch sechs Wettfahrten und am Donnerstag vier Wettfahrten völlig ausreichten. Am Mittwoch konnten wir den Nachmittag sogar noch nutzen, um mit der „Albatros“ für eine Sightseeing-Tour nach Schleswig zu segeln.
Am Donnerstag ging es nach dem Abbau der ersten Conger zur Preisverleihungsfeier zur „Wikingerschänke“. Dort wurden beim Axt-Werfen und Bogenschießen auch unsere anderen sportlichen Fähigkeiten neben dem Segeln getestet.
WASC-Wertung:
- Qantas
- Transavia
- Air Hong Kong
- Edelweiss
- Air Canada
- KLM
- British Airways
- Lufthansa
- Austrian Airlines
- Swiss
ASCA-Wertung:
- Transavia
- Edelweiss
- British Airways
- Lufthansa
- Austrian Airlines
Herzlichen Glückwunsch an die Sieger-Teams!
Für das LSV-Team segelten: Dieter Müller, Ferdinand Ebert, Uwe Jürgensen, Oliver Reichel-Busch, Leif Kolb und Lars Mukian. Zudem unterstütze Heike Rademann das Team von Transavia und Marcus Mente und Helen Buxton bei British Airways. Ein ganz großer Dank geht an die Regattaleitung aus Louisenlund. Andreas und Anna haben mit ihren Schüler:innen einen hervorragenden Job gemacht! Trotz einigen Winddrehern und unterschiedlichsten Windstärken war die Bahn immer perfekt ausgelegt und die Zielzeit von 20 Minuten konnte fast immer punktgenau eingehalten werden.
Ein weiterer Dank geht an das gesamte Organisationsteam und die Helfer vor Ort – Oliver Reichel-Busch, Jens Kaminski, Jochen Burmester, Leif Kolb, Uwe Jürgensen, Daniel Jürgensen, Lars Mukian, Heike Rademann, Helen Buxton, Agnes Bohnhoff, Birgit Johansson, Marion Baur, Ferdinand Ebert, Carsten Tekaat. Sowie natürlich an alle, die beim Abbau, Aufbau und Transport der Conger unterstützt haben.
Ohne euch alle wäre das Event nicht möglich gewesen. Dankeschön!
Auch wenn es zwischendurch anstrengend war, die Teilnehmer:innen, das Orgateam und unser Segelteam zu koordinieren, so war es doch ein sehr gelungenes Event und der Aufwand hat sich gelohnt! Schon mit nur einer Woche Abstand betrachtet, bin ich mir sicher, ich würde es wieder tun. Im nächsten Jahr wird British Airways die ASCA/WASC vermutlich in London austragen. Weitere Details folgen, sobald diese bekannt sind. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit bei mir melden.
Julia-Sophie Jürgensen asca@lsv-segeln.de
Text: Julia-Sophie Jürgensen; Bilder: Julia-Sophie Jürgensen, Jens Kaminiski und Jochen Burmester










