Im Juni war es noch zu heiß zum Laufen – für das diesjährige Int. Airport Race war dagegen Regen angekündigt. So viel vorweg: Das Wetter zeigte sich wechselhaft, insgesamt waren die Bedingungen aber in Ordnung.
Bei seiner 43. Auflage präsentierte sich das Airport Race mit einem neuen Zeitplan. Der traditionell späte Start des Hauptlaufs über 10 Meilen um 11.00 Uhr blieb bestehen; der 5-km-Lauf begann nun bereits um 10 Uhr, und die Kinderläufe folgten nach dem Hauptlauf. Für den Hauptlauf waren 2.200 Läuferinnen und Läufer gemeldet. Das nahm Mitbegründer Ralph Behrens (Lufthansa SV Hamburg) zum Anlass, an die Premiere im Jahr 1984 mit 200 Starter:innen zu erinnern.
Die Idee für einen Großstadtmarathon hatte Behrens vom New-York-Marathon mitgebracht. Einen echten Großstadtmarathon in Hamburg auf die Beine zu stellen – bis dahin gab es mit dem LG HNF Marathon (1977–1987) lediglich einen Überlandmarathon – erschien dann aber doch eine Nummer zu groß. So entstand zunächst eine 15-Kilometer-Runde um den Hamburger Flughafen; ab 1986 wurde über 10 Meilen gelaufen. Der Hamburg-Marathon feierte erst 1986 Premiere, zwei Jahre nach dem Airport Race.
Aus dem Jahr 1986 stammt auch der bis heute unangetastete Streckenrekord des inzwischen pensionierten Piloten David Walters. Noch 2015 lief er im Alter von 60 Jahren den New-York-Marathon in 2:47 Stunden. Auch die Verbindungen zur Luftfahrt und zum Hamburger Betriebssport sind über die Jahrzehnte erhalten geblieben. An die Luftfahrttradition erinnern die Motive auf der Finishermedaille und auf dem T-Shirt. Das Motiv 2026 ist die Junkers F 13 „Bussard“.
Zunächst gingen 567 Läuferinnen und Läufer über 5 km an den Start. Gestartet wurde unter demselben Bogen auf dem Sportplatz des Lufthansa SV wie später beim Hauptlauf. Morgendlicher Regen hatte kurzfristig die Stromversorgung beeinträchtigt – sichtbar daran, dass die Startuhr zunächst dunkel blieb. Doch Besserung war in Sicht: Wenige Minuten vor dem Start zeigte sich die Sonne zwischen den dichten Wolken. Nach dem Startschuss von Ralph Behrens konnte das Feld – mit mehr Frauen als Männern – im Trockenen auf die Strecke gehen.
Der 5-km-Kurs folgt bis zum Gehölz „Borsteler Jäger“ teilweise dem Streckenverlauf des 10-Meilen-Laufs. Anschließend führt er durch die verwinkelten, südlich der Startbahn gelegenen Kleingärten in Groß Borstel, hinter dem Lufthansa-Sportplatz nach Westen und fast bis an die Startbahn heran, ehe es zurück auf den Sportplatz geht. Alexander Ide (hamburg running) gewann in 17:54 Minuten vor Benjamin Mikolaiczyk (Buxtehuder SV, 18:11). Bei den Frauen setzte sich Jessica Diener (NTSV, Jahrgang 2010) in 18:57 Minuten deutlich vor Marion Kollar aus Hamburg (21:11) durch.
Um 11.00 Uhr fiel der Startschuss für den Hauptlauf. Für alle, die die Strecke noch nicht kennen: Zunächst geht es zum Flughafen. Bei Kilometer 4 führt der Kurs im Flughafenparkhaus bergauf, dann an der Ostseite des Flughafens entlang bis zum Krohnstiegtunnel, durch den Tunnel und weiter nach Süden zur Startbahn 05/23. Von Kilometer 11 bis 13,5 verläuft die Strecke entlang der Startbahn – in derselben Richtung wie die startenden Flugzeuge. Dann folgt ein kurzer Schlenker nach Osten, bevor es zurück zum Sportplatz geht.
Das alles bei wechselhaftem Wetter: Rund 30 Minuten nach dem Start setzte sich die Sonne durch, und es wurde warm. Nicolas Wilde (TH Eilbeck), gerade erst beim CURREX Alsterlauf Hamburger Meister über 10 Kilometer geworden, lag deutlich vorn. Bei den Frauen führte Lisa Kucziensky (SV Großhansdorf) mit etwas geringerem Vorsprung.
Wilde hatte das Int. Airport Race bereits dreimal gewonnen. Wenige Minuten vor seinem Zieleinlauf setzte ein kurzer, heftiger Regenschauer ein. Wilde ließ sich davon nicht beirren und feierte in 53:38 Min. ungefährdet seinen vierten Sieg. Der Streckenrekord von David Walters blieb dennoch unangetastet.
Schon beim Zieleinlauf des Zweitplatzierten Dieter Schwarzkopf (MTV Heide, 56:08) ließ der Regen wieder nach. Als Dritter folgte Jakob Hinze in 57:36 Min. Damit übernahm er die Führung im Hamburger Laufcup.
Bei inzwischen fast wieder trockenem Wetter gewann erwartungsgemäß Lisa Kucziensky in 1:04:11 h. Zweite wurde Michaela Sarman-Lein aus Hamburg in 1:06:00 h. Sarman-Lein hatte das Airport Race bereits fünfmal gewonnen, zuletzt im Vorjahr, und den Hamburger Laufcup sogar siebenmal. Im aktuellen Cup-Zwischenstand liegt sie praktisch gleichauf mit Sterre van de Langenberg, die den 10-Meilen-Lauf als Dritte beendete. Die Entscheidung im Cup fällt am 27. September 2026 beim Volkslauf durch das schöne Alstertal.
Die Betriebssportwertung gewannen bei den Männern Lukas Dieckmann (Laufwerk Hamburg) in 58:08 Min. und bei den Frauen Marie Hielscher (BSG running green) in 1:07:16 h. Geehrt wurden beide im Beisein des Hamburger Betriebssport-Vizepräsidenten auf der Bühne und des Präsidenten im Publikum.
Als schließlich die Kinderläufe starteten, war es fast schon wieder sonnig …
Pressemitteilung BMS Die Laufgesellschaft; Bilder: Ralph Behrens, Nikola Dahmen
Top-Ergebnisse (Bruttozeiten)
10 Meilen
Männer
- Nicolas Wilde, Turnerbund Hamburg Eilbeck – 53:38
- Dieter Schwarzkopf, MTV Heide – 56:08
- Jakob Hinze, Hamburg – 57:36
Frauen
- Lisa Kucziensky, SV Großhansdorf – 1:04:11
- Michaela Sarman-Lein, Hamburg – 1:06:00
- Sterre van de Langenberg (NED), Hamburg – 1:06:49
5 km
Männer
- Alexander Ide, hamburg running – 17:54
- Benjamin Mikolaiczyk (MU16), Buxtehuder SV – 18:11
- Falko Maxin, Halstenbek – 18:52
Frauen
- Jessica Diener (WU18), NTSV – 18:57
- Marion Kollar, Hamburg – 21:11
- Franziska Stäger, Großhansdorf – 22:03
Alle weiteren Ergebnisse gibt es hier.













